Sehnsucht nach dem Kuss

von Carina

Graue Mauern. Ruinen der Macht
Vergessen. Verloren. Wie jede, diese Nacht
Wie eine kalte Stimme aus Stein
Haucht der Wind in die Stille ein
Spür´ Verlangen, Liebe, Lust
Ersehn´ deine Nähe; ersehn´ deinen Kuss
Von der Sehnsucht noch befangen
Merk´ ich, du kommst auf mich zu
Immer näher, Schritt für Schritt
Und die Sehnsucht findet keine Ruh´
Vor mir stehst du nun
So lieb, doch ohne Licht
Auch wenn du selbst so schrecklich bist
fürchten will ich dich dennoch nicht
Für ein paar Augeblicke
Sehen wir uns traurig an
Ich versink´ in deinen Augen
Weiß´, dass ich deine Seele nicht finden kann
Ich lege meinen Kopf zur Seite
Schließe meine Augen zu
Weiß´, der Moment ist gekommen
Doch die Sehnsucht findet keine Ruh´
Spür´ deine kalte Hand am Nacken
Streichelt mich lieb und sehr, sehr sanft
Über meine Schulter und meinen Arm
Bis hin zu meiner ruhigen Hand
Drückt sie fest, doch nicht zu stark
Welch´ eine Kraft sich in ihr verbergen mag?
Und jetzt fühl´ ich deine Lippen
Sind an meinem Hals so zart
Wie ein weiches Tuch mich decket
Und doch so kalt, und doch so hart
Scharfe Spitzen, wie Rosendornen
Doch ich merke kaum den Schmerz
Bin zu sehr von Sehnsucht befangen
Still und leise pocht mein Herz
Deine Zähne dringen immer weiter
In meine warme Haut hinein
Werden langsam, bleiben stehen
Bin nun ganz und völlig dein
Langsam auch saugst du mich aus
Nichts ist still im Sehnsuchtsmeer
Fühl die Leere mich überkommen
Doch mein Herz ist trotzdem schwer
Höre meine Atemzüge
Wolfsgeheul – so weit so fern
Rot färbt sich mein Abendkleid
Wie ein kalt blutender Stern
Kraftlos falle ich zurück
Und sink´ in deine Arme nieder
Du lässt mich sanft zu Boden gleiten
Die Sehnsucht ist dahin – Nie wieder
Ich höre deine Schritte
Immer leiser werden sie
Bis sie irgendwann verschwinden
In des Windes Melodie
Da lieg´ ich nun
So leer, so schwach
Müdigkeit zieht über mich
Trotzdem bin ich gedankenwach
Sehe nichts, nur dunkle Tiefe
Weiß nicht was mit mir geschieht
Dauert Minuten; nur kurze Zeit
Bis die Müdigkeit in mir entflieht
Stehe auf und seh´ mich um
Nichts als diese Dunkelheit
Mit ihrer Pracht und ihrer Trauer
Ist so schön und lieblich weit
Ein Lächeln erfüllt mein Gesicht
Rot funkeln meine Augen
Spür Verlangen, große Lust
Will nur noch Blut der Lebenden saugen!
Meine Zähne, weiß und scharf
Ich bin zum Leben erwacht
Die Gier in mir kommt nicht zur Ruh´
Die Ewigkeit beginnt heut´ Nacht!

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